Das erste Jamboree war noch kein großes Zeltlager, sondern eine riesige Leistungsschau der Pfadfinder*innen-Bewegung. Diese wurde in großem Stil im Crystal Palace in London gezeigt.

Fakten

  • Was: 11. Jamboree (nachträglich so bezeichnet)
  • Wo: Crystal Palace, London, England
  • Wer: 5330 Teilnehmer aus 34 Ländern
  • Österreich und Deutschland hatten wegen des 1. Weltkriegs keine Lagererlaubnis.
  • Motto: “Develop World Peece”

Weitere Informationen

Planung bereits 1916

Der Vorschlag, ein großes Fest zu veranstalten, das gleichzeitig eine angemessene Feier des zehnjährigen Bestehens der Pfadfinderbewegung und ein Friedensdankfest für das Ende des großen Krieges sein sollte, wurde bereits 1916 zum ersten Mal diskutiert. Baden-Powell entwickelte die Idee und legte sie dem Rat zur Prüfung vor.
Am 26. Juli 1916, beim ersten Committee Meeting, war man übereingekommen, das Fest erst nach dem Ende des 1. Weltkrieges abzuhalten und rechnete mit 1918. Es dauerte dann doch noch bis 1920, bis so eine Großveranstaltung durchführbar war.

Marketing und Werbung in großem Stil

Unter den zur Auswahl stehenden Lokalitäten wurde Crystal Palace zu den besten Bedingungen gemietet. 15.000 Flugblätter, 70.000 Rundschreiben, 40.000 weitere Flugblätter, 1.500.000 Werbungen, 11.000 Poster in verschiedenen Größen, 5.000 Postkarten wurden aufgelegt. Weiters schrieb BP 10.000 Briefe an die Pfadfinderführer und verschickte 20.000 Kopien der „Special Headquarters Gazette“. Mehrere hundert Kolumnen in der Presse und in Illustrierten rundeten die Werbung ab.

Die Location: Crystal Palace

Der Kristallpalast ist ein riesiges Gebäude (ca. 24.000 m2 Fläche) mit einer Glaskuppel. Die Halle war 99 m*26 m groß und wurde für die diversen Vorführungen besonders vorbereitet. Der gesamte Boden war wegen der Bewerbe mit Sand und Erde bedeckt.

Programm

Das Programm bestand aus vielen Vorführungen und Wettbewerben. Darunter Woodcraft, Tauziehen, Hindernislauf, Hindernis-Cart-Rennen, Langstreckenfahrt mit dem Fahrrad, Staffellauf, Musikgruppen- und Blasinstrumentenbewerbe, Boxen und vieles mehr.
Es gab Vorführungen zu den unterschiedlichsten Themen wie Stiefel machen, Kochen, Heimwerken, Schmieden, Eisenarbeiten, Zimmerei, Matten herstellen, Modellieren mit Ton, Gartenarbeit, drahtlose Telegrafie.

Briefmarkenausstellung

Es gab auch eine Briefmarkenausstellung, eigene Briefmarken gab es erst 1933 in Ungarn, 1920 wurden aber bereits Vignetten (Verschlußmarken ohne Wert) produziert.

Lagerzeitung „Daily Scout“

Die tägliche Ausgabe des „Daily Scout“ erschien mit einer Auflage von 2000 Stück.

Zoo

Im „Zoo“ betreuten die Pfadfinder aus Übersee ihre mitgebrachten Tiere, wie einen sechs Monate alten Löwen der Rhodesien Scouts, einen jungen Alligator aus Florida, ein Krokodil aus Jamaika, zwei Affen aus Südafrika, einen Baby-Elefant, Lamas aus Peru, ein Shetlandpony, Schweine, Kaninchen, Vögel, einen Schakal, einen Fuchs und vieles mehr. Die Tiere wurden nach dem Jamboree in verschiedenen Zoos in England untergebracht.

Ehrung für B.P.

BiPi wird („ganz überraschend“) zum Chief Scout Of The World ausgerufen.

Das Schaulager im Old Deer Park

Das Lager für die Pfadfinder war im Old Deer Park, Richmond. Es war eine fulminante Zurschaustellung pfadfinderischer Fertigkeiten und wurde mit weltweiten Presseberichten belohnt. Bei diesem 1. Jamboree war es noch nicht üblich, dass alle Teilnehmer auch im Zelt schliefen.

Schuldenlast für ein Jahrzehnt

Dieses Jamboree kostete die Veranstalter 14.000 Pfund Sterling und es dauert zehn Jahre, bis diese Schulden getilgt waren.